Frage der Woche: Darf ich auf ein Wunder hoffen?

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Wunder passieren nur Menschen, die sich wundern können.

Jede Woche beantwortet unser Chef-Astrologe Erich Bauer eine Frage aus astrologischer Sicht. Dieses Mal: Sonne im Krebs und Vollmond im Steinbock. Ist jetzt die Zeit für Wunder?

In der Astrologie gilt das Tierkreiszeichen Krebs als Quelle und Ursprung jeglichen Wunders. Es ist das vierte und tiefste astrologische Tierkreiszeichen, und seine Wurzeln reichen bis in alle Ewigkeit. Wenn ein Wunder geschieht, selbst, wenn es noch so klein und unbedeutend ist, hat es dort seinen Ursprung, dann wird irgendwo in der Unendlichkeit des Kosmos etwas ausgelöst, was die Ursache für dieses Wunder ist.

In dieser Woche findet der Vollmond im Steinbock statt. Dabei strahlt die Sonne gegenüber aus dem Krebs heraus den Mond an, sodass er in seiner ganzen Größe aufleuchten kann.

Der Abschnitt Steinbock befindet sich am höchsten Punkt im Horoskop, der Krebs, wie gesagt, am tiefsten. Das ist, als würde das Tiefste, der Urgrund allen Seins, die Magie des Krebses, auf die Erde geworfen, um dort wahr zu werden. Mit anderen Worten: Am Mittwoch sind rund um den Vollmond Wunder möglich.

Bevor wir uns jetzt auf das Thema "Wunder" weiter einlassen, sind Klärungen notwendig.

Die ersten Wunder, von denen ein Mensch hört, sind jene in Märchen bzw., der modernen Form davon, in Zeichentrickfilmen. Dort ist alles möglich: Zauberer, Hexen, Magie. Kinder nehmen diese Welt der Wunder auf, als wäre sie real. Aus astrologischer Sicht befinden sie sich in der Welt des Krebses. Es heißt auch in der Astrologie, dass die ersten sieben Jahre im Leben jedes Menschen "krebshaft" sind, ganz egal, welches Sternzeichen man hat.

Dann, eines Tages, sagt das kleine Mädchen bzw. der kleine Junge zu seiner Mutter, die ihm oder ihr wieder von einem Wunder erzählt: "Mama das stimmt nicht, das glaube ich nicht, das ist nicht so!" Dann ist das Kind aus der Welt der Wunder herausgetreten und eine wunderlose Zeit beginnt.

Dann gibt es kein Christkind, keinen Nikolaus, keinen Osterhasen mehr. Und, das ist die logische Konsequenz, damit gibt es überhaupt keine Wunder mehr.

Denn die Voraussetzung, um Wunder zu erleben, ist, sich wundern zu können.

Denn die Welt, das Leben, ist voller Wunder, und all diejenigen, die auf Wunder hoffen, sind wie Menschen mit gesunden Augen, die aber meinen, blind zu sein und nicht sehen zu können. Sie sind wie ein Bettler, der an der Straße sitzt und seine Hand nach Almosen aufhält und nicht weiß, dass er einen Batzen Gold in seiner Tasche trägt. Man muss sich also wundern können, muss wie ein Kind werden, unschuldig, um Wunder zu erleben.

Denken Sie an eine Rose, die am Morgen, wenn die goldenen Finger der Sonne sie berühren, ihre Kelchblätter öffnet. Das ist ein Wunder.

"So", werden Sie jetzt vielleicht denken, "das ist ja alles recht und schön, aber ich will ein anderes, ein richtiges Wunder, nämlich, dass ich endlich in einer glücklichen Partnerschaft leben kann oder so viel Geld habe, dass ich mir das Kleid kaufen kann, das mir so gut gefällt!" Ein Wunder ist doch etwas, was mit einem "Mehr", einem "Plus" verbunden ist.

Richtig! Aber solche Wunder, von denen eben die Rede war, widerfahren auch nur solchen Menschen, die sich wundern können. Das ist das Geheimnis.

Zumindest den einen oder anderen "Beweis" kann ich antreten: Ich kenne Menschen, die im Lotto gewonnen haben. Eine Frau ungefähr 3.000, ein Mann etwas über 10.000 Euro. Beide waren dermaßen glücklich über ihre Gewinne, dass sie einen Großteil ihres Gewinns weiterverschenkten. Und ich kenne jemanden, der einen ziemlich hohen Betrag gewann, sich aber aufregte, weil seiner Meinung nach seiner Frau ein Fehler unterlaufen war, ohne den er einen Hauptgewinn einstreichen hätte können. Dieser Mann hat dann den allergrößten Teil seines Gewinnes in eine Anlage investiert, von der er sicher war, dass sich sein Geld innerhalb von drei Jahren verdoppeln würde. Tatsächlich hat er sein ganzes Geld verloren.

Und weil diese Analyse über Wunder mit einem Verweis auf Märchen begann, noch eines zum Schluss: Ein Fischer zog einen magischen Fisch ans Land. Der Fisch versprach ihm reiche Beute, wenn er ihn wieder ins Meer werfen würde. Der Fischer tat’s und wurde reich belohnt. Aber seine Frau wollte mehr und schimpfte ihren Mann einen Dummkopf, weil er sich so leicht hatte abspeisen lassen. Das Ende? Sie verloren alles.

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