Frage der Woche: Gibt es noch Gerechtigkeit?

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Foto: wesvandinter / iStock

Jede Woche beantwortet Erich Bauer eine Astro-Frage der Woche. Dieses Mal: Gibt es noch eine Gerechtigkeit? Was ist überhaupt echte Gerechtigkeit?

Kaum ein anderes Wort wird so häufig in den Mund genommen wie „Gerechtigkeit“ – und kein anderes wird so häufig verdreht, missbraucht, verbogen.

Im Grunde meint jeder, der dieses Wort ausspricht, nichts weiter als sein persönliches Anliegen oder Interesse, von dem er überzeugt ist, dass es ihm zusteht. Aber das hat vielleicht etwas mit „Recht“ zu tun, aber nicht mit Gerechtigkeit.

Ob es denn dann überhaupt eine Gerechtigkeit gibt? Die meisten Menschen werden ihren Kopf schütteln und beziehen sich dabei nicht nur darauf, wie ungerecht die Menschen sind, sondern häufig auch darauf, wie ungerecht das Leben überhaupt zu ihnen ist.

 

Die Gerechtigkeit setzt sich durch

Im Tarot , einem uralten magischen Medium, von dem man sagt, dass es schon im alten Ägypten existierte, gibt es die Karte XI, die Gerechtigkeit . Das Bild zeigt eine Frau, manchmal auch einen Engel. In der einen Hand hält die Gestalt eine Balkenwaage in der anderen ein Schwert.

Damit will das Tarot sagen, dass Gerechtigkeit eine Kraft ist, die auch bereit ist, sich mit Macht durchzusetzen, sich auch nicht scheut, dafür das Schwert zu benutzen.

Mehr noch: Die numerische Position der Karte, also „Elf“, beinhaltet eine weitere Aussage: Es existieren nämlich 21 Karten im Tarot (und eine zusätzlichen „Null“, die aber numerisch nicht zählt). Das bedeutet, dass die Gerechtigkeit mit der Nummer 11 ganz genau in der Mitte steht.

Links und rechts von der Karte der Gerechtigkeit befinden sich genau gleich viele Karten, nämlich jeweils zehn. Das wiederum besagt, dass es bei der Gerechtigkeit darum geht, eine Position in der Mitte, zwischen den verschiedenen Meinungen, Anliegen und Ansichten einzunehmen.

Anders gesagt: Gerechtigkeit geschieht aus einer Position der Mitte heraus. Sie übersieht das Ganze, nicht nur das Einzelne, und sie ist stark und setzt sich immer durch, notfalls mithilfe eines Schwertes.

 

Was sagt die Astrologie zur Gerechtigkeit?

Das ganze System der Astrologie ruht auf einem stimmigen und bis ins kleinste Detail hinein durchdachten Geist der Gerechtigkeit. Das beginnt damit, dass die Sternzeichen zwar ganz unterschiedlich, aber dennoch gleichwertig sind. Keines ist wichtiger als ein anderes. Die zwölf Sternzeichen sind im Kreis angeordnet, was wiederum aussagt, dass keines dem anderen überlegen ist.

Wer sich also auf die Astrologie bezieht, gründet sich automatisch in dieses System einer höheren Gerechtigkeit.

Das macht sich zum Beispiel ganz praktisch darin bemerkbar, dass jemand, der astrologisch denkt, sein eigenes Sternzeichen im Unterschied zu anderen nicht überbewertet. Das ist nicht selbstverständlich, denn die meisten Menschen stellen sich selbst in den Mittelpunkt und werten automatisch alle anderen ab.

In einer Beziehung stellt das eine kolos­sale Erleichterung dar, wenn man weiß, dass der Partner, der zwar ganz anders, trotzdem nicht besser oder schlechter ist.

Mit anderen Worten: Wer astrologisch denkt, verbreitet den kosmischen Geist eines gleichwertigen Miteinanders.

Die Astrologie betont den Gesichtspunkt der Gerechtigkeit auch dadurch, dass sie – genau wie das Tarot – in die Mitte ihres Systems ein Zeichen setzt, das Gerechtigkeit unmittel­bar symbolisiert, nämlich die Waage .

An der Gerechtigkeit einzelner Menschen und zu bestimmten Zeiten mag man also zweifeln, und das auch zurecht, aber es existiert ein universelles Gesetz, eine kosmische Gerechtigkeit, die die Kraft hat, sich zu verwirklichen.

Das geschieht nicht immer unmittelbar und so, dass wir Menschen es nachvollziehen und einsehen können. Aber aus einer übergeordneten Sicht setzt sich die universelle Gerechtigkeit immer durch.

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