Allgeiers AstrowissenWas muss passieren, damit wir unser Leben ändern?

Unbewusste Konflikte und Unzufriedenheit: Diese Woche erklärt Chefastrologe Michael Allgeier, was Somatisierungsstörungen sind.  

Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen. Sie haben ihr Leben gemütlich eingerichtet, sich so weit wie möglich abgesichert und hoffen, dass sie von Umbrüchen aller Art verschont bleiben. Veränderung wird als Privileg der Jugend gesehen, als Schicksalsschlag, manchmal sogar als persönliches Versagen. Tod, Scheidung, Umzug, Job-Wechsel, das sind die Schreckgespenster, die das Leben auf den Kopf stellen, die Sicherheit angreifen und Stress verursachen. Vor allem dann, wenn sie plötzlich daherkommen. Doch ist Festhalten an Althergebrachtem immer sicherer als Loslassen? Und würden wir uns ohne gelegentliche Umbrüche überhaupt weiterentwickeln?

 

In Martinas Leben läuft alles nach Plan. Mit ihrem Mann führt sie seit über 30 Jahren eine Bilderbuchehe, die Kinder sind wohlgeraten und erfolgreich in ihrem Beruf. Das Geschäft der Eltern, das sie übernommen hat, läuft gut, das Einkommen ist üppig, alle Pflichten, die ihr das Leben auferlegt hat, wurden stets ordnungsgemäß erfüllt. Und doch ist Martina irgendwie unzufrieden. Was wäre, wenn auf einmal alles ganz anders wäre? Neuer? Freier? Aber das geht ja nicht! Sie müsste aus dem schönen Haus ausziehen. Und die Firma muss ja auch weiterlaufen. Und was würden ihre Eltern dazu sagen? Eines Morgens wacht Martina mit starken Schmerzen auf. Ihr Kopf scheint zu zerplatzen, und eine Seite ihres Körpers wird von einem stechenden Schmerz durchzogen. Der Notarzt bringt Martina ins Krankenhaus, alles wird genauestens untersucht – doch die Befunde bringen keine Erklärung für die Schmerzen, die sich mittlerweile auf die Gelenke ausgedehnt haben. Nun beginnt ein Ärzte-Marathon, doch keiner der Fachärzte kann eine Ursache feststellen. So lästig die Schmerzen sind, so praktisch erweisen sie sich: Mehr als ein paar Stunden am Tag arbeiten geht nicht mehr, der Mann packt im Haushalt auf einmal mit an, und für lästige Familienfeiern gibt es endlich einen Grund abzusagen, und zwar ohne schlechtes Gewissen, denn so einer Krankheit bringt schließlich jeder Verständnis entgegen.

 

Wenn psychische Hintergründe sich auf den Körper auswirken

Die Geschichte von Martina ist kein Einzelfall. Psychologen sprechen von einer Somatisierungsstörung. Ein unbewusster Konflikt wird verdrängt und tritt in Form von körperlichen Symptomen in Erscheinung. Die psychischen Hintergründe weisen die Betroffenen meist weit von sich. Lieber leiden viele Menschen jahrelang vor sich hin und bleiben in Sackgassen stecken, als etwas zu verändern. Ist ja auch nicht einfach, aus dem inneren Gefängnis auszubrechen, das vor allem aus Angst und Schuld besteht! Das schlechte Gewissen anderen gegenüber und die Angst, dass nach der Veränderung alles noch viel schlechter werden könnte. „Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine!“, sagen sich viele. Vor allem Männer scheinen sich in letzter Zeit schwerer zu trennen als Frauen, die in der Regel in Alltagsdingen doch lebenstüchtiger und in ein besseres soziales Netzwerk eingebunden sind. Oft erkennen sie auch gar nicht die Zeichen, die einer Trennung vorausgehen. Die Appelle, endlich etwas zu verändern in der Beziehung, nehmen viele nicht ernst. Wenn die Frau dann nach jahrelangem Beziehungsfrust ihre Koffer packt, sitzt mancher Mann völlig überrascht und hilflos vor den Trümmern seiner Ehe und klagt das Schicksal an, während die Frau im Freundeskreis aufgefangen wird. Und auch am Arbeitsplatz herrscht oft die Angst. Ein sicherer Job ist nicht selbstverständlich, da will man lieber nicht zu hoch pokern. Überhaupt wäre ein Wechsel ja mit Anstrengung verbunden, vielleicht müsste man sogar umziehen ... Wer weiß, ob die neuen Nachbarn und Kollegen nicht noch schlimmer sind als die alten? Doch dann macht plötzlich die Firma dicht, und auf einmal geht alles, was vorher nicht möglich schien. „Und wenn es besser wird, besser als du denkst ...“ heißt es in einem Songtext von Rosenstolz.

 

Wie beeinflussen die Sterne unser Verhalten?

Es gibt Menschen, die haben ein angeborenes Gottvertrauen, zum Beispiel diejenigen, die in ihrem Horoskop einen starken Jupiter haben. Also Sonne-Jupiter, Mond-Jupiter, Jupiter am Aszendent, Schütze-Betonung etc. Solche jupiterhaften Menschen gehen immer davon aus, dass alles besser wird als zuvor oder zumindest nicht schlechter. Dadurch ziehen sie automatisch bessere Lebens­umstände an. Bei saturnischen Menschen ist leider genau das Gegenteil der Fall. Uranische Menschen (Sonne-Uranus, Mond-Uranus, Uranus am Aszendent, Wassermann-Betonung etc.) tun sich wiederum leicht mit Veränderung. Sie gehören eher zu denen, die zu schnell dabei sind, wenn es etwas aufzugeben gilt. Für plutonische Menschen, die starke Pluto-Aspekte oder Skorpion-Betonung im Horoskop haben, sind Veränderungen oft sehr schmerzhaft, brauchen viel Zeit, sind dafür aber umso endgültiger. Für sie bricht immer wieder ein völlig neues Leben an, das gilt vor allem, wenn das 8. Haus, der irdische Spiegel des Skorpions, stark besetzt ist. In Beziehungen kommt die Trennungsfähigkeit stark auf den Aszendenten an, der ja gemeinsam mit dem Deszendenten, dem Beginn des Partnerschaftshauses eine Achse bildet. Aszendenten in fixen Zeichen, also Stier, Skorpion, Löwe und Wassermann halten am längsten an Beziehungen fest. Die kardinalen Aszendenten (Steinbock, Widder, Krebs und Waage) sind oft die Bestimmer, die im Notfall die Trennungsentscheidung fällen. Flexible Aszendenten (Fische, Zwillinge, Jungfrau und Schütze) sind am anpassungsfähigsten. Sie streben zwar selbst meist keinen Umbruch an, fügen sich aber ihrem Schicksal.

Doch auch wer sich gegen Veränderungen sperrt, kommt selten darum herum, wird vom Schicksal oft gezwungen. Wir können uns wie Martina dagegen auflehnen, leiden oder uns als Opfer sehen. Oder aber das chinesische Sprichwort „Den Wind kann man nicht verbieten, aber man kann Windmühlen bauen“, zu Herzen nehmen und mit unserem astrologischen Wissen die Einflüsse nutzen, um daran zu wachsen.

 

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