Allgeiers Astro-WissenDer Mondknoten in den 12 Häusern: Er schickt uns karmische Aufgaben

Chefastrologe Michael Allgeier verrät, was der Mondknoten ist und was seine Position in den einzelnen Häuser für die Sternzeichen genau bedeutet. 

Astronomisch gesehen sind die Mondknoten die Schnittpunkte zwischen der Sonnenbahn (Ekliptik) und der Bahn des Mondes um die Erde, die sich zweimal kreuzen. Der nördliche Schnittpunkt ist der aufsteigende Mondknoten, der südliche der absteigende. Im Gegensatz zu den Planeten bewegen sich die Mondknoten rückwärts durch den Tierkreis. Sprechen wir von dem Mondknoten, meinen wir immer den aufsteigenden, der alleine im Horoskop eingezeichnet ist. Den absteigenden müssen wir uns vorstellen, er liegt im Horoskop dem aufsteigenden direkt gegenüber. Der aufsteigende Mondknoten ist mit einer großen karmischen Aufgabe in unserem Leben verknüpft.

Der aufsteigende Mondknoten hat nach alter Überlieferung Jupiter-Charakter, er symbolisiert so etwas wie das größtmögliche, anzustrebendes Ideal, zu dem wir uns hin entwickeln. Er verrät Verbindungen mit Menschen und Wissensgebieten, die uns jetzt und in Zukunft weiterbringen können. Er hat einen wesentlichen Anteil an unserer sonnenhaften oder auch jupiterhaften persönlichen Entwicklung, er soll unser Bewusstsein (Sonne-Jupiter) weiten und uns die Türen zu neuen Welten aufstoßen.

Der absteigende Mondknoten hat wiederum Mond-Charakter (zur Erinnerung: Mond = 4. Haus, Identität, Heimat, Urgrund, Ahnen, Vergangenheit, Sonne = eigentlicher Wesenskern, höchst mögliches Ziel, zu dem wir uns hin entwickeln sollen). Der aufsteigende Mondknoten im Horoskop zeigt letztlich auch immer etwas an, was uns noch fehlt, was wir noch lernen müssen. Der absteigende und im klassischen Sinne karmisch belastete Mondknoten ist letztlich nicht dazu da, dass wir ihn hinter uns lassen und vergessen, sondern dass wir seine Schattenseiten überwinden und in unser Leben integrieren.

Die Mondknoten sind in erster Linie mit Lebensthemen und nicht mit Charakterzügen verknüpft. Es ist bis zu einem gewisse Punkt normal, dass man im Laufe seines Lebens immer wieder in das Thema des absteigenden Mondknotens zurückfällt, da das unbewältigte Wollen eben oft stärker ist als das Ideal. Wer sich nicht identifizieren kann mit seinem aufsteigenden Mondknoten, lebt vielleicht noch zu sehr seinen absteigenden.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 1

Aufgabe: „Ich bin und ich werde mich selbst verwirklichen.“ Eigene Fähigkeiten spontan zum Ausdruck bringen und dabei die Angst vor Versagen und Ablehnung verlieren. Ferner: Den Mut finden, aus Beziehungsabhängigkeiten herauszutreten, um das zu tun, was man persönlich für richtig hält. Überwindung der Selbstverleugnung, die mit der Angst, abgelehnt zu werden, zu tun hat. Schattenseite: Neigung eigene Bedürfnisse in Beziehungen zurückzustellen. Persönlichkeitsverlust.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 2

Aufgabe: Richtige Einstellung zu Geld und Materie finden. Festigung des Eigenwerts, des Selbstwertes. Eigene Fähigkeiten und Talente entdecken und zum Ausdruck bringen (Stier und 2. Haus auch Verwirklichungsebene), in das Leben

hineingehen, die Angst vor dem Tod (8. Haus) überwinden, Streben nach materieller Sicherheit, aber auch nach innerer Sicherheit und Bodenständigkeit. Schatten: Sicherheiten über fragwürdige Abhängigkeiten aufbauen.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 3

Aufgabe: Suche nach überprüfbarem, konkretem Wissen. Sich um Aufklärung bemühen und nicht unreflektiert haltlose Überzeugungen und Glaubens­inhalte übernehmen. Sich durch Bücher, geistigen Austausch und die unterschiedlichsten Wissensgebiete bilden. Sich um wichtige, alltägliche und naheliegende Dinge kümmern. Kontakt mit Geschwistern und Nachbarn herstellen. Schatten: Vorurteile und haltlose, unverrückbare Überzeugungen, fundamentalistische Einstellungen, religiöser Fanatismus.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 4

Aufgabe: Glück und Erfüllung im Zuhause zu finden, sich selbst finden, Zugehörigkeitsgefühle schaffen, sich vom reinen Karrieredenken zu lösen, Privat- und Familienleben pflegen und als das Wichtigste im Leben akzeptieren lernen. Sich der Innenwelt zuwenden, von reinen Äußerlichkeiten abkehren. Schatten: Konflikt zwischen Familie und Beruf, zwischen privaten Interessen und dem Streben nach öffentlicher Anerkennung. Gefahr die Familie zu vernachlässigen oder erst gar keine Familie zu gründen.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 5

Aufgabe: In der Liebe, in der Kunst, in der Sexualität, im Umgang mit Kindern Lebensfreude und den wahren Sinn entdecken, seine schöpferischen ich-betonten Kräfte entwickeln und zum Ausdruck bringen. Kreativ leben und handeln.

Schatten: In einem festgefahrenem sozialen Umfeld stecken bleiben. Hemmungen, sein Ich zum Ausdruck zu bringen. Sozialer „Tick“, immer anderen helfen wollen und dabei die eigene Entwicklung vernachlässigen. Konflikt auch zwischen erotischer Liebe und der reinen Freundschaftsliebe. Probleme Sex zu genießen.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 6

Aufgabe: Dienen und sich einordnen ohne sich dabei selbst aufzugeben. Pflichten wahrnehmen, Verantwortung zeigen, spirituelle Erfahrungen und geistige Überzeugungen auch im konkreten Alltag leben. Aus der Abgeschiedenheit heraustreten, Zusammenarbeit mit anderen suchen, gesellschaftsfähig werden.

Schatten: Weltflucht, sich in Spirituellem und in haltlosen Träumereien verlieren, sich Verpflichtungen entziehen, Arbeit meiden.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 7

Aufgabe: Sich in eine verbindliche Partnerschaft einbringen, Hingabe, Rücksichtnahme, die Fähigkeit zu teilen entwickeln, nicht nur Anpassungsopfer vom anderen verlangen, sondern auch selbst Abstriche von eigenen Bedürfnissen für die Beziehung zu machen. Schatten: Egozentrik, Rückfall in ich-betonung, Angst sich in festen Bindungen zu verlieren. Konflikt

zwischen dem Streben nach Harmonie, der Anpassung in der Partnerschaft und der Selbstentfaltung.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 8

Aufgabe: Überwinden von materiellem Denken, Anerkennung des Todes und des „Stirb- und Werde-Prinzips“, Auseinandersetzung mit dem Tod, Aussöhnung mit dem Vergänglichen, gesellschaftliche Tabus überschreiten, um die höchsten Wonne der Sexualität zu genießen, hinter Sexualität auch eine spirituelle Erfahrung sehen. Schatten: zwanghaftes Festhalten an Besitz, unstillbare Gier nach Geld. Panische Angst vor Armut und finanzieller Abhängigkeit sowie vor Trennungen und dem Tod.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 9

Aufgabe: Vertrauen in eigene Meinungen und Standpunkte entwickeln, Reisen als spirituelle Erfahrungen und Bewusst­seinserweiterung begreifen, nicht nur kluge Bücher lesen, sondern auch deren Inhalte im eige­nen Leben verwirklichen, Glaube über zweifelnden Intellekt stellen. Schatten: In oberflächlicher Wissensansammlungen (Bildungsbürger) stecken bleiben. Nichts glauben können, was nicht wissenschaftlich erwiesen ist. Keine hohen Ideale anstreben und verwirklichen können.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 10

Aufgabe: Den schützenden Bereich der Familie und des Privatlebens verlassen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, um ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Verantwortung im Beruf übernehmen, aber auch in der Elternrolle. Lösen von einengendem Umfeld der Vergangenheit. Schatten: Verharren in der schützenden Familie, Kind bleiben, keine Verantwortungen übernehmen.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 11

Aufgabe: Gemeinschaftssinn entwickeln, sich Menschen mit ähnlichen Idealen und Interessen anschließen, Freundschaften pflegen, Treue, sich für soziale Dinge engagieren, an das Wohl anderer Menschen denken. Schatten: Egozentrik, Selbstverliebtheit, soziales Verhalten vortäuschen, um sich selbst zu erheben, ungeniert zuerst an sich selbst denken.

 

Aufsteigender Mondknoten in Haus 12

Aufgabe: Aus der Enge der realen Welt, des Erklärbaren heraustreten, um die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein zu erkennen (also transzendentale Erfahrungen). Die spirituellen Einsichten und Erfahrungen sollen wiederum dazu dienen, Nächstenliebe zu entwickeln und anderen in der Not beizustehen. Schatten: Aus Angst vor Auflösung an reinem rationalem Zweckdenken festhalten, Sauberkeitswahn, alles kontrollieren wollen, totale Anpassung, höhere Erkenntnisse durch ständiges Zweifeln infrage stellen.

 

Karmische Horoskopfaktoren

Mondknoten, Saturn und Pluto können uns sehr wertvolle Hinweise über vergangene Leben geben. Dieselben Horoskopfaktoren sind aber auch mit größeren Lebensaufgaben verknüpft, die wiederum dichtes Karma auflösen helfen. Überall dort, wo im Horoskop plutonische Einflüsse sind, finden tief umwälzende Erlebnisse und Persönlichkeitswandlungen statt, an deren Ende wir als neuer Mensch erscheinen. Wo Saturn auftaucht, rennen wir immer wieder gegen eine Wand, bis wir eine bewusst andere Einstellung zu dem Lebensgebiet gewinnen, das vom Herrn des Schicksals dominiert wird. Der aufsteigende Mondknoten gibt die Richtung vor, in die wir uns weiterentwickeln sollen.

 

Die Psychologie der Mondknoten

Am absteigenden Mondknoten finden wir das Vertraute, das, was sich unsere Gefühlsnatur wünscht und ständig wiederholen möchte. Der absteigende Mondknoten hat demnach auch mit ein- und festgefahrenen Lebenssituationen zu tun, die zu Verwicklungen und Krisen führen können. Am aufsteigenden Mondknoten liegt der Schlüssel für die Befreiung von unbewussten Wiederholungszwängen, von Abhängigkeiten, die Stellung des aufsteigenden Mondknotens zeigt uns den Weg zu neuen Horizonten. Dabei müssen wir anerkennen, dass wir als Individuum nicht nur frei, sondern auch abhängig sind und diese Abhängigkeit – im positiven Sinn gelebt – Verankerung, Verwurzelung bedeutet.

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