Allgeiers Astro-WissenDie Chancen und Grenzen einer astrologischen Beratung

In der aktuellen Astrowoche zeigt uns unser Chefastrologe Michael Allgeier, welche Chancen und Grenzen mit einer astrologischen Beratung einhergehen.

Was kann die Astrologie, wo liegen ihre Chancen, wo ihre Grenzen? Eine Frage, die eigentlich so alt ist wie die Astrologie selbst, die immerhin die älteste Wissenschaft der Menschheit ist. Schon immer waren die Menschen verblüfft über den reichen und sehr präzisen Inhalt der Astrologie, der weit über jede Wahrsagerei hinausgeht. Die Realität, das Innere der Menschen und ihre Lebensthemen spiegeln sich tatsächlich im Sternenhimmel und dem Lauf der Planeten wider. Das ist letztlich auch der tiefere Grund dafür, warum die Astrologie alle ihre Krisen überwinden konnte.

So gehen Sie am besten mit einem Stier um

Aber manchmal haben wir Menschen auch den Wunsch Dinge zu erfahren, etwa wie unser Schicksal verlaufen wird, wann der Zeitpunkt unseres Todes gekommen ist, die im göttlichen Plan nicht vorgesehen sind. Denn eine persönliche Entwicklung, nicht nur durch dieses, sondern durch mehrere Leben hindurch, bedarf einer gewissen Freiheit und Selbstverantwortung. Mit dieser Freiheit, mit dem Einsatz unseres Willens, schaffen wir wiederum unser Karma. Mit der Bewältigung unseres Karmas wandelt sich möglicherweise auch unser Horoskop, eher sehr langsam, von Leben zu Leben. 

 

Das Horoskop dient nur als Anhaltspunkt und nicht als Anleitung

Der Astrologe muss mehr oder weniger klar darstellen, dass die Sterne geneigt machen, aber eben nicht zwingen. Er darf seinem Klienten nicht die Verantwortung über sein Schicksal abnehmen. Schließlich hat jeder Mensch eben einen freien Willen und damit zumindest im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten eine Entscheidungsfreiheit, die er wahrnehmen sollte. Der Astrologe kann hierbei, wie gesagt, mit dem Licht der Erkenntnis vieles bewegen und Positives anstoßen.

Viele Klienten wollen davon jedoch nichts wissen und sind auch oft nicht bereit, an sich zu arbeiten. Sie wollen nur wissen, wann es besser wird, ohne selbst etwas dazu beizutragen. Deshalb ist es wichtig, dass der Astrologe schnell die Erwartungshaltung seines Klienten erkennt, um darauf entsprechend reagieren zu können. Manchmal sieht er sich gezwungen, eine regelrechte Verhandlung mit dem Klienten über das – was geht, was nicht – zu führen. Diese Klärung im Vorfeld ist für eine erfolgreiche Beratung beinahe unerlässlich. 

Das große Horoskop Ihrer Gesundheit

Da wir dem Menschen die Willensfreiheit zugestehen, kann eine astrologische Prognose immer nur im Konjunktiv stattfinden. Wir sehen bei einem Klienten z. B. dass er einen sehr kritischen Mars-Transit in 7. Haus-Besetzung, den Bereich des Du, der Partnerschaft bekommt. Vereinfacht gesagt könnte es jetzt vermehrt zu Streitereien und Auseinandersetzungen in der Partnerschaft kommen, sofern er überhaupt in einer Beziehung lebt. Bei einem Menschen, der sich gerade in einer sehr schwierigen Situation in seiner Beziehung befindet, kann dieser Mars vielleicht sogar das Ende der Beziehung bedeuten. Bei einem anderen wird die Beziehung jetzt möglicherweise nur lebendiger und anstrengender.

Die realen Auslösungen dieses Transits können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welche Anlage man persönlich besitzt bzw. der Partner und in welcher Lebenssituation man sich befindet. Viele Informationen lassen viele Auslösungsmöglichkeiten zu. Wissen tun wir Astrologen jedoch, dass durch diesen Mars Anfeindungen von außen kommen können und dass die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Partnerschaft jetzt gewaltig kracht, doch sehr groß ist. Der Klient, der um das Risiko dieses Transits weiß, kann jetzt insofern darauf reagieren, dass er in dieser Zeit etwa bewusst auf die Bedürfnisse seines Partners eingeht, mehr den Kompromiss als das Trennende sucht und auch einmal bereit ist, zurückzustecken, wenn es um Interessen und Wünsche geht, die sich entgegenstehen. 

 

Der Astrologe muss seinen Klienten kennenlernen

Ein guter und erfahrener Astrologe wird im persönlichen Gespräch erst einmal versuchen, in das Leben seines Klienten hineinzufinden. Er muss erforschen, wo er steht, was ihn bewegt, welche Wünsche er hat. Es tauchen im Horoskop Situationen und Menschen, dramatische Ereignisse, Sehnsüchte und Blockaden auf, die sich hinter den Symbolen verbergen. Jetzt ist der Astrologe im Leben seines Klienten angekommen, er befindet sich in seiner Welt und kann nun zu seinem Mitstreiter werden, ihm die Augen für Dinge öffnen, die ihm entgangen sind. Er kann ihm vielleicht den tieferen Grund für bestimmte Lebensvorgänge erklären, ihm den Blick für ein besseres Leben öffnen. Er kann sagen: „Steig in diesen Zug ein, er wird dich an deine Ziele bringen.“ Ja, die Astrologie ist einfach wunderbar!

Ein großes Tabuthema der Astrologie sind Todesvorhersagen, die in der ernsthaft betriebenen Astrologie immer schon als unseriös galten. Selbst die schlimms­ten Transite können überlebt werden. Astrologen, die behaupten, solche Vorhersagen machen zu können, missbrauchen ihre Macht und Verantwortung und sind Scharlatane. Wann ein Mensch stirbt, weiß nur Gott. Man kann als Astrologe auch niemals ein Unglück vorhersagen, das nicht abzuwenden wäre. Man kann vielleicht sagen: „Sie befinden sich in einem Zug, der in die falsche Richtung fährt und mit einem anderen zusammenstoßen kann, weshalb es besser ist, an der nächsten Haltestelle auszusteigen.“ Das wäre seriöse Astrologie.

 

Kategorien:
Copyright 2018 astrowoche.de. All rights reserved.