Allgeiers Astro-WissenKarma-Astrologie: Das Horoskop und die Bedeutung des letzten Lebens

In der Astrowoche klärt uns unser Chefastrologe Michael Allgeier über die Karma-Astrologie in Zusammenhang mit unserem Geburtshoroskop und der Bedeutung unseres letzten Lebens auf.

Eines ist klar und sei vorweg gesagt: Für das Studium der Astrologie ist es nicht zwingend notwendig, an Reinkarnation, an Wiedergeburt, zu glauben. Die Astrologie ist frei von Glaubenssätzen. Natürlich versuchen wir in die Gesetze der Sterne Glaubensinhalte hineinzuinterpretieren, um uns diese Gesetze eben zu erklären. Glaube ist in diesem Fall aber nicht Wissen, und die Sternenweisheit ist letztlich vielleicht sogar viel zu groß, um sie überhaupt mit einfachen Worten und Gedanken erfassen zu können. Dennoch ist das Gesetz des Karmas, das unerbittliche Gesetz von Ursache und Wirkung, naheliegend, wenn nicht sogar die logische Schlussfolgerung, wenn man sich näher mit der Astrologie auseinandersetzt.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung lehrt, dass jede Tat, jede Handlung und – noch viel mehr – jeder Gedanke eine Wirkung nach sich zieht. Diese Wirkung kann unmittelbar erfolgen, in mehreren Stunden, Tagen, Monaten, Jahren oder weit darüber hinaus, in einem folgenden Leben. Diese Wirkung, oder sagen wir besser diese Rückwirkung unserer Taten und Gedanken kann also in der gegenwärtigen irdischen Exis­tenz oder (und) in der nachfolgenden eintreten. Wir erschaffen also im gegenwärtigen Leben die Bedingungen für das kommende, und die Bedingungen des aktuellen Lebens sind das Ergebnis unserer Handlungen in vorigen Leben. Eine sehr gnadenlos erscheinende, aber letztlich doch sehr gerechte Gleichung.

Wenn wir unser Leben und das der Menschen in unserer Umgebung mit Interesse und Wachheit beobachten, dann können wir doch feststellen, dass sich „schlechte“ Handlungen meist schon in diesem Leben rächen. Ein Mensch etwa, der andere geschäftlich oder privat permanent übervorteilt und bewusst betrügt, hat vielleicht mehr Geld und Möglichkeiten als andere, aber er verliert mit dieser Lebenshaltung möglicherweise den Glauben an Gott, den Glauben an sich selbst und an andere Menschen. Ein Verlust, der nicht unbedingt nach außen sichtbar ist, der aber doch tonnenschwer wiegt und letztlich zu einer inneren Einsamkeit führt.

Muss es nun überhaupt eine Rückwirkung vergangener Schuld in kommenden Leben geben? Auch das bleibt bis zu einem gewissen Punkt Spekulation. Aber wenn wir an die Entwicklung eines Menschen denken, die nicht erst bei der Geburt angefangen hat und nicht bereits mit dem irdischen Tod zu Ende ist, dann müssen wir davon ausgehen, dass manche Schuld vielleicht einfach noch nicht innerlich innerhalb eines Lebens bewältigt wurde oder auch nur so schwer wiegt, dass ihre Auswirkung so immens ist, dass sie sich eben auf weitere Leben erstreckt.

Es gibt aber nicht nur Schuld und Verfehlung im Leben, wir tun manchmal ja auch gute Dinge, und diese haben natürlich auch ihre guten Folgen, bereits in diesem Leben und möglicherweise in folgenden. Wichtig ist vor allem unsere eigene innere Haltung. Es tut einfach nur gut und es ist gut, sich selbst morgens im Spiegel betrachten zu können.

Das Geburtshoroskop mit seinen unterschiedlichen Vorgaben erlaubt letztlich nur den Schluss, dass es Karma und Wiedergeburt geben muss. Das Leben wäre ansonsten maßlos ungerecht, wenn der eine jede Menge Härten im Horoskop hätte und der andere übermäßig viel Glück. Und zusammenfassend müssen wir erkennen, dass unser Horoskop die Endabrechnung, das Zeugnis des letzten Lebens und gleichzeitig die Grundlage des aktuellen ist. Mit unserem gesamten Horoskop fängt demnach die Karmaastrologie an.

Eine große Rolle darin spielen nicht nur Karmaplanet Saturn, der absteigende Mondknoten oder Pluto, sondern eben alle Horoskopfaktoren. Jedes Quadrat, jede schwierige Konjunktion und jede Opposition zeigen starke Kräfte und Fähigkeiten von uns an, die aber in irgendeiner Art und Weise missbraucht oder einfach nur einseitig gelebt wurden. Und jeder harmonische Winkel wie besonders schöne Konjunktionen, Sextile und Trigon verweisen auf Kräfte, die wir positiv und sehr kreativ genutzt haben und auf die wir nun selbstverständlich zurückgreifen dürfen.

Unser Geburtshoroskop zeigt uns durch seine Häuserbesetzung auch die Schwerpunkte vergangener Leben an, man könnte auch sagen die Lebensgebiete, mit denen wir uns besonders intensiv auseinandergesetzt haben. Ein Horoskop ändert sich von Leben zu Leben nur sehr wenig. Ändern kann sich vor allem unsere persönliche Haltung und Lebenseinstellung. Wir können lernen, bewusster mit schwierigen persönlichen Anlagen umzugehen und noch gezielter individuelle Fähigkeiten zu leben.

 

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