Allgeiers AstrowissenSchwierige Transite: Darum sind sie so wichtig

Transite sind eine wichtige Prognosetechnik der Astrologie, wenn nicht sogar die wichtigste. Warum gerade schwierige Transite so aussagekräftig sind, erklärt Chefastrologe Michael Allgeier.

Video Platzhalter
Inhalt
  1. Was ist ein Transit?
  2. Transite: Warum gerade schwierige wichtig sind
  3. Transite geben tiefe Einblicke in unser Leben
  4. Die Transite der Langsamläufer
  5. Die Langsamläufer in den Häusern des Geburtshoroskops
  6. Selbstreflektion als Schlüssel zum Verstädnis der Transite
 

Was ist ein Transit?

Unser Geburtshoroskop mit allen seinen Facetten ist ein magischer Kreis, der uns mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft verbindet.  Wenn einer der aktuell laufenden Planeten einen Aspekt (Winkel) zu einem Planeten des Horoskops bildet, spricht man von einem Transit. Transite gehören zu den gängigsten Prognose-Methoden der Astrologie. Sie zeigen, welche Themen und Bereiche zu einem bestimmten Zeitpunkt wichtig werden. Manche Transite zeigen auch einschneidende Lebensveränderungen an.

Welche Transite sind nun von besonderer Bedeutung? Natürlich freuen wir uns über die, mit denen man unmittelbar positive Wirkungen verknüpft. In dieser Astro-Serie aber wollen wir aufzeigen, warum gerade auch schwierige Transite so wichtig für Sie sind. Sie werden sehen, dass man schwierige Transite durchaus positiv betrachten kann.

 

Transite: Warum gerade schwierige wichtig sind

Das geistige Gesetz „wie innen, so außen“ besagt zunächst, dass wir mit unserem Inneren das Äußere schaffen, dass alles, was wir denken und fühlen und an inneren Vorstellungen entwickeln, sich früher oder später auch im äußerlichen Leben widerspiegelt.

Wir ziehen Menschen und Lebenssituationen an, stoßen andere ab und schaffen uns so in letzter Konsequenz unsere eigene Umgebung und unser eigenes Leben. Dieses hermetische Gesetz der Entsprechung, das die Grundlage für symbolisches Denken und insbesondere für die Astrologie bildet, wird ergänzt durch die Aussage „wie oben, so unten“. Das heißt, dass wir und unser Leben hier unten auf der Erde in ständiger Resonanz mit dem sich permanent wechselnden Sternenhimmel stehen.

Die Transite sind es also, die unser Leben bewegen, anschieben, anstoßen, herausfordern. Sie lösen bzw. sprechen das an, was in unserem Geburtshoroskop angelegt ist, wozu auch unser Karma gehört, und sie stellen eine sehr persönliche Verbindung zu der Zeit, in der wir leben, her. Sie sorgen dafür, dass wir in Bewegung bleiben, nicht einrosten und stehen bleiben.

Transite sind zweifellos die wichtigste und wirklichkeitsnächste Prognosetechnik und gehören zu den ältesten Techniken der Astrologie. Sie sind die Realität, da es sich hier um konkrete Planeteneinflüsse, um starke Kräfte und Energien handelt, die eine nachdrückliche und nachweisbare Wirkung auf das Geburtshoroskop, also auf uns, haben.

Karma-Astrologie: Das Horoskop und die Bedeutung des letzten Lebens

 

Transite geben tiefe Einblicke in unser Leben

Ihre Bedeutung kann, was das konkrete Leben betrifft, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie lösen gute wie kritische Anlagen aus, sie beeinflussen unsere Stimmung, unsere Form und unser gesundheitliches Befinden. Sie können die Vergangenheit lebendig werden lassen und uns die Notwendigkeit von Umbrüchen im Leben bewusstmachen.

Sie sind die Dynamik des Lebens und tragen dazu bei, dass wir überhaupt erst die Notwendigkeit spüren, uns zu entwickeln. Und das gilt ganz besonders für die kritischen Transite, für die spannungsgeladenen Konjunktionen, Quadrate und Oppositionen. Sie sind die Stürme unseres Lebens, unsere Gegner, die uns in Krisen führen, aber auch unsere Freunde und Helfer, die uns den Spiegel vorhalten und an denen wir wachsen. Sie sind so etwas wie der Motor des Lebens.

Wir brauchen diese schwierigen Transite, deren Kraft querläuft und die Widerstände in uns und unserem Leben schaffen, um unsere Lebenskraft zu spüren und um Kreativität zu entwickeln, um unsere Geburtssonne, unseren eigenen Schöpfergeist, zu aktivieren. Das hat viel mit Lebenssinn zu tun.

Ohne diese Transite würden wir stagnieren. Der Mensch ist nun einmal so geartet, dass er nur dann etwas verändert, wenn er Druck hat, wenn er in Not ist oder wenn ihn das Leben zu Kurskorrekturen zwingt. In den guten Zeiten, in denen er sich wohlfühlt, gibt es für ihn keine Notwendigkeit, irgendetwas an seinem aktuellen Leben infrage zu stellen. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die harmonischen Transite, die förderlichen Konjunktionen, Sextile und Trigone, oft gar nicht besonders wahrgenommen bzw. genutzt werden. Es ist ja auch alles gut. Man kann etwas in seinem Leben neu angehen oder verändern, muss es aber nicht.

Die Bedeutung der Sonne im Quadrat und in Opposition zu anderen Planeten

 

Die Transite der Langsamläufer

Die schwierigen Konjunktionen, Quadrate und Oppositionen zwingen uns jedoch zur Auseinandersetzung mit unserem Leben, und das vor allem dann, wenn es sich um die schwierigen Transite der Langsamläufer Saturn, Uranus, Neptun und Pluto handelt, da diese eine viel größere Bedeutung und Gewichtung als die Schnellläufer Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars und letztlich auch Jupiter haben.

Der Grund liegt allein schon in der großen Verweildauer dieser Planeten. Bei Saturn und Uranus sind es die meisten Tierkreisgrade, die aufgrund ihrer Rückläufigkeit dreimal überlaufen werden, bei Pluto alle Stellen. Neptun und Pluto transitieren manche Stellen sogar fünfmal. Man spricht dann von einem Dreifach- bzw. Fünffachtransit.

Damit kann sich der Zeitraum, in dem ein Transit wirksam ist, über einen beträchtlichen Zeitraum erstrecken. Bei Saturn bis zu einem Jahr und bei Uranus, Neptun und Pluto bis zu zwei oder gar drei Jahren. Das heißt, dass brennende Themen und Aufgaben, die diese Transite anzeigen, eben mehrfach in den Vordergrund rücken oder auch zurückkehren, bis wir sie vollständig bewältigt haben.

Das Schicksal gibt uns hier vor allem bei den schwierigen Transiten der Langsamläufer mehrfach die Chance, einen Konflikt zu lösen. Schaffen wir das nicht bei einem dreifachen bzw. fünffachen Übergang, können sich die negativen Auswirkungen dieser Transite weiter steigern und Krisen immer mehr zuspitzen. Klären wir angezeigte Konflikte unter Umständen schon bei der ersten Überquerung, lösen sich die damit verbundenen Probleme auf, und der Transit erhält entsprechend seiner Analogien eine andere Qualität bzw. ein anderes Thema.

Sternzeichen und ihre Planeten: So wirkt Ihr Herrscherplanet

 

Die Langsamläufer in den Häusern des Geburtshoroskops

Noch viel länger halten sich die Langsamläufer in den Häusern unseres Geburtshoroskops auf. Uranus braucht immerhin 84 Jahre, um den gesamten Tierkreis zu durchqueren, Neptun fast 164 und Pluto ganze 248 Jahre. Als Transit in den Häusern, die unser Geburtshoroskop erst individuell machen, deuten sie auf gravierende persönliche Lebensthemen hin, die sich eben meist über viele Jahre hin erstrecken.

Diese großen Themen, die Langsamläufer im Lauf durch ein Haus anzeigen, werden nun in den Zeiten konkretisiert, ausgelöst, dramatisiert und noch einmal in eine andere Richtung gelenkt, in denen dieser Planet zusätzliche Transite zu Planeten unseres Geburtshoroskops bildet.

Die Konjunktion, das Quadrat und die Opposition dieser schwierigen Transite werden im Großen und Ganzen ähnlich gedeutet, da die langsam laufenden Planeten Saturn, Uranus und Pluto gerade in der Konjunktion mit einem Planeten oder einer Achse unseres Geburtshoroskops ebenso wie das Quadrat und die Opposition blockieren (Saturn), schwächen (Neptun), antreiben, aufreiben, beunruhigen (Uranus) oder großen Druck ausüben (Pluto).

Eine Konjunktion der langsam laufenden Planeten zu einem Geburts-Planeten oder einer Achse des Horoskops ist nicht unbedingt harmonischer als ein Quadrat oder eine Opposition. Es gibt allerdings Ausnahmen, weshalb bei einigen Transiten auf die besondere Bedeutung der Konjunktion eingegangen wird, die ja immer den besonders engen Kontakt von zwei Kräften anzeigt, die sich entweder aneinander reiben, abstoßen oder eben zusammen an einem Strang ziehen.

Die Chancen und Grenzen einer astrologischen Beratung

 

Selbstreflektion als Schlüssel zum Verstädnis der Transite

Die Transite der Langsamläufer Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind meist Anzeiger einschneidender Lebensveränderungen, während Schnellläufer, wie Sonne, Mond, Merkur, Venus und Mars oder auch Jupiter, oft zusätzliche Auslöser größerer Veränderungen und Geschehnisse sind. Die Astrologie und insbesondere unser Geburtshoroskop fordern uns auf, uns selbst zu reflektieren, wovon letztlich unser Lebenserfolg abhängt. Wer zu viele „blinde Stellen“ auf sich selbst bezogen besitzt, wird auch auf diese enorm wichtigen Transite oft keine Antwort finden. Um die herausfordernden Transite von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto richtig zu verstehen, müssen wir den Mut aufbringen, genau hinzuschauen, um zu erkennen, was nicht passt in unserem Leben und was uns die Sterne sagen wollen.

Bei der Beschreibung dieser Transite wird deshalb nichts beschönigt, letztlich auch deshalb, um vor den Risiken dieser Transite zu warnen. Nur wenn wir Krisen mit offenem Auge betrachten, wenn wir die Hintergründe schwieriger Transite zu begreifen versuchen, sind wir in der Lage, sie nicht nur gut zu bewältigen, sondern auch großen Profit aus ihnen zu ziehen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, das gilt auch für diese Transite. Wenn wir sie verstehen, verlieren wir die Angst vor ihnen und können frei und kreativ auf sie reagieren. Sie haben, wie gesagt, die größte Kraft überhaupt, um uns anzustoßen und zu bewegen, uns zu motivieren, mehr aus unserem Leben zu machen. Sie sind tatsächlich so etwas wie der Schlüssel zu unserem Lebenserfolg.

Ihr Druck und ihre Reibung machen uns kreativ. Sie zeigen uns, wo wir stehen und fordern uns auf, Begrenzungen zu überwinden, den eigenen Schatten zu überspringen. Sie bedeuten persönliches Wachstum. Nehmen wir also den Kampf mit dem Leben auf und nutzen dabei das Wissen der schwierigen Transite.

Zum Weiterlesen:

Kategorien:
Copyright 2021 astrowoche.de. All rights reserved.