Allgeiers AstrowissenSaturn im Transit zum Geburtssaturn: Der Wegweiser für unser Leben

In dieser Woche erklärt uns Chefastrologe Michael Allgeier, wie die Saturn-Transite die Weichen in unserem Leben stellen und wie wir das Beste daraus ziehen können. 

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Inhalt
  1. Saturn lässt uns Vergangenes aufarbeiten
  2. Wie sich Saturn auf unser Leben auswirkt
  3. Die Bedutung der Saturn-Transite

Karmaplanet Saturn spielt zweifellos eine Hauptrolle im Drama des Lebens. Er weist uns immer wieder zurecht und will uns den Weg zeigen, indem er uns an unsere Aufgaben und unsere Bestimmung erinnert. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Saturn als Transit in Konjunktion, Quadrat oder Opposition zum Geburtssaturn steht. In diesen Zeiten werden die Weichen des Lebens neu gestellt.

Von der Geburt ausgehend legt Saturn ca. alle sieben Jahre 90 Grad im Tierkreis zurück. Circa deshalb, weil Saturn nicht gleichmäßig wie ein Uhrwerk am Himmel seine Bahnen zieht, sondern durch seine Rückläufigkeit gewissen Schwankungen und Unregelmäßigkeiten unterliegt. Etwa sieben Jahre nach unserer Geburt steht er also im Quadrat zu unserem Geburtssaturn, mit ca. 14 Jahren in Opposition, mit ca. 21 Jahren wieder im Quadrat und dann mit 28 bis 30 Jahren in Konjunktion mit unserem Geburtssaturn usw.

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Saturn lässt uns Vergangenes aufarbeiten

Man kann sagen, dass Saturn im kritischen Anblick zu unserem Geburtssaturn immer eine mahnende Rolle spielt. Er weist darauf hin, was unser Geburtssaturn wirklich will, was er in unserem Leben erfordert und welche Lernaufgaben, welches Karma und welche Pflichten mit ihm verbunden sind.

Saturn zu Saturn lässt uns vor allem zurückblicken, um Vergangenes aufzuarbeiten und für uns richtig zu bewerten. Damit wird letztlich die Voraussetzung geschaffen, um wieder völlig neu durchzustarten. Dieser Transit fragt uns jedes Mal: „Wollen wir das Leben und die Zukunft wieder anpacken? Oder bleiben wir jetzt in der Vergangenheit hängen, die uns mit ihren vielen Erlebnissen und Dramen schwer gemacht und an die Erde gehaftet hat?“

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Wie sich Saturn auf unser Leben auswirkt

Mit sieben Jahren, wenn der laufende Saturn erstmals im Quadrat zu unserem Geburtssaturn steht, schreiten wir das erste Mal bewusst ins Leben. Wir werden durch die Schule mit der Realität konfrontiert, wir werden aufgefordert, Leistung zu bringen, uns Prüfungen zu stellen und uns bewerten zu lassen. In diesen Jahren, in die die Einschulung fällt, tauchen oftmals karmische Erinnerungen von Situationen auf, in denen wir von anderen unterdrückt, befehligt wurden. Plötzlich haben wir es mit Autoritätspersonen in Form von Lehrern zu tun, die uns nicht alles verzeihen und uns so grenzenlos lieben, wie es unsere Eltern taten. Wir sind losgelöst vom Schutz der Familie, neuen persönlichen Angriffen ausgeliefert, die eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Selbstwert erfordern. Ja, wir fragen uns erstmals: Wer sind wir, was sind wir wert?

In die Jahre um das 14. Lebensjahr, wenn Saturn unserem Saturn gegenübersteht, fällt der erste Abschnitt der Pubertät. Für viele eine der schlimmsten Krisenzeiten. Es geht um die eigene Identität. Wir sollen nun erwachsen werden und müssen uns dazu von unseren Eltern abwenden, von den Menschen, die uns am nächsten stehen, weil wir sonst nicht zu uns selbst finden können. Was für ein Drama!

Um das 29. Lebensjahr kehrt Saturn erstmals an die Stelle zurück, an der er bereits im Augenblick unserer Geburt stand. Man spricht hier vom „Return of Saturn“, dem die Astrologen zu allen Zeiten eine besonders große Bedeutung zugeschrieben haben. Wir werden jetzt an unsere Aufgabe und Bestimmung erinnert, aber auch an unsere karmischen Begrenzungen. Saturn lässt uns in die Vergangenheit zurückschauen und stellt uns die Frage, was wir bisher erreicht und geschaffen haben. Manch einer mag darüber so erbittert sein, dass er sein Leben resigniert beendet. Tatsächlich fallen gerade in jenen Lebenszeitraum viele Todesfälle.

Doch wir sollten uns auch von dieser oftmals als schwer empfundenen Phase nicht entmutigen lassen. Wir können jetzt wertvolle Erkenntnisse aus unserer Vergangenheit ziehen, die uns in der Zukunft weiterhelfen. Wir können nun selbst ein ganzes Stück weiser werden und in unserer Persönlichkeitsentwicklung stark reifen. Wir sollten in dieser Phase nur eines nicht meiden: Verantwortung zu übernehmen, ganz besonders für die Menschen, die wir lieben, aber auch in unserem Beruf, in unserer Tätigkeit. Wer jetzt erkennt, dass er einen falschen Beruf hat, sollte um das 30. Lebensjahr allen Mut zusammennehmen und beruflich noch einmal von vorne beginnen. Der Zeitpunkt wäre klug gewählt, und die Umkehr wäre in einem höheren Sinne bestimmt keine Niederlage, sondern im Gegenteil ein Erfolg. Im zweiten Anlauf wird alles besser.

Um das 60. Lebensjahr sind nicht alle, aber viele Menschen bereits vom Leben gezeichnet und etwas müde und können sich zu den ganz großen Umbrüchen oft nicht mehr so leicht aufraffen. In diese Lebensphase fällt die zweite Rückkehr Saturns zwischen dem 58. und 59. Lebensjahr. Erneut lässt uns Saturn in Konjunktion zum Geburtssaturn zurückblicken und stellt uns die Frage nach dem bisher Erreichten. Gnadenlos führt er uns Situationen des Scheiterns und der Fehler vor Augen, die nicht mehr zu korrigieren sind.

Manche schließen innerlich jetzt schon mit dem Leben ab, weil sie die Niederlagen der Vergangenheit nicht verarbeiten und verkraften können. Sie resignieren. Wir können nur dann gut und einigermaßen frei weiterleben, wenn wir nicht hadern und bedauern, sondern akzeptieren, was war, weil eben alles, auch die negativen Ereignisse der Vergangenheit, zu unserem Leben und unserer Entwicklung gehört.

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Die Bedutung der Saturn-Transite

Von Bedeutung ist letztlich nur, welche Lehren wir persönlich aus unserem Leben ziehen. Die positive, lebensbejahende Haltung führt dazu, dass uns der saturnische Rückblick nicht schwächt und vernichtet, sondern noch einmal anspornt, um alle Kräfte zu mobilisieren und neue Ziele anzugehen.

Das Gute an dieser Zeit sind ja auch die Reife und die Erfahrung, die wir gewonnen haben, die uns jetzt viele Umwege ersparen und uns das eine oder andere Ziel klarer erkennen lassen. Aber, wir sind eben auch kritischer geworden, wollen nicht mehr alles im Leben mitmachen und durchleiden, setzen Prioritäten, wollen nicht mehr die Zeit mit Menschen verplempern, die uns nicht guttun und mit denen wir uns nichts zu sagen haben. Ja, Saturn kann uns jetzt auch zu einer neuen Freiheit führen, indem wir uns künftig noch konsequenter auf das konzentrieren, was uns wichtig erscheint.

Viele Menschen prüfen in dieser Phase ganz genau ihre Ehe, fragen sich, ob es noch Sinn macht, zusammenzubleiben und ob sie den Mut einer Trennung oder auch eines Neubeginns mit dem bisherigen Partner aufbringen. Alleinstehende fragen sich, befreit von allen jugendlichen Illusionen, ob sie sich überhaupt noch einmal binden wollen oder ob es nicht besser ist, künftig ihr Leben frei und unabhängig zu gestalten und zu genießen. Und manche entdecken jetzt erst die reife Liebe, die besonders tief und ungezwungen, da freiwillig ist.

Diese Zeit kann tatsächlich eine neue Lebensqualität bringen, auch wenn Saturn und der Zahn der Zeit an unserem Körper nagen und die Einschläge von Krankheiten und Gebrechlichkeiten dichter werden lassen. Wichtig ist es, bei dieser zweiten Saturn-Rückkehr erneut eine Lebensform zu suchen und zu finden, die persönlich noch besser passt als die Vergangene.

Die Weichen für die kommenden 30 Jahre werden gestellt, in denen, sofern wir sie erleben, erneut Saturn zurückkehrt und uns abermals mit der Frage konfrontiert, was wir bisher im Leben erreicht haben.

Diese dritte Saturn-Rückkehr findet zwischen dem 88. und 89. Lebensjahr statt. Saturn erteilt nun sogar das Zeugnis über das gesamte Leben. Saturn lässt uns ein Resümee ziehen, indem er das zurückliegende Leben in uns nachschwingen lässt. Gerade Menschen, die mit einem gewissen Stolz zurückblicken, sind nun froh und dankbar für die lange Zeit, die sie hier verbrachten und natürlich auch für die Zeit, die ihnen noch bleibt. Vertrauen in die Schöpfung gibt ihnen eine innere Ruhe.

Andere, die vom Leben und von Krankheiten gezeichnet sind, die nur gerackert und gekämpft haben, sehnen nun den Tod herbei, was letztlich auch ganz natürlich ist. Saturn hat uns das ganze Leben begleitet und immer wieder die irdisch-materiellen Realitäten vor Augen gehalten, die dafür gesorgt haben, dass unser Körper gealtert und nun vergreist ist. Unsere Seele und unser Geist sehnen sich nach dem Tod, nach Freiheit und Erlösung von diesem Saturn, der nun in seiner Rolle als „Hüter der Schwelle“ in Erscheinung tritt. Saturn kehrt zurück und stellt uns die entscheidende Frage des Lebens: „Bist du bereit, in die geistige Welt einzukehren?“

 

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