Allgeiers AstrowissenSaturn-Transite und der Geburtsneptun: Sind wir unseren Idealen wirklich treu?

Diese Woche erklärt Chefastrologe Michael Allgeier, wie sich Saturn-Transite in Konjunktion, Quadrat oder Opposition zum Geburtsneptun auswirken können.

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Inhalt
  1. Transite wirken sich auf Beziehungen aus
  2. Was uns Saturn sagen möchte
  3. Die positive Botschaft der Saturn-Transite

Saturn-Transit in Konjunktion, Quadrat oder Opposition zum Geburtsneptun deutet eine große Prüfung an. Der Karmaplanet will jetzt wissen, wie stark und wie belastbar unsere Ideale und unser Glaube sind. In der Zeit dieser Transite sind wir zeitweise zutiefst verunsichert und beginnen zu zweifeln, vor allem an uns selbst. Genau das kann uns aber weiterbringen.

Saturn-Transite in Konjunktion: Wenn Zweifel uns das Leben schwer machen

Diese Transite können uns seelisch und psychisch enorm unter Druck setzen und an den Rand des Erträglichen führen. Denn während dieser Transite, bei denen die Konjunktion des Saturn zum Geburtsneptun am stärksten wirksam sein dürfte, können uns aufreibende Lebensumstände, Selbstzweifel und Wünsche, die nicht mit der Realität vereinbar sind, in einen tiefen Sog der Verunsicherung hineinziehen. Die Wirklichkeit ist von Fantasie und Wunschdenken oft nicht mehr zu unterscheiden, was am Ende zu herben Desillusionierungsprozessen führen kann. Psychosen, Intrigen und Opfersein aufgrund von Gutgläubigkeit sind häufig die schwierigen Begleiterscheinungen.

 

Transite wirken sich auf Beziehungen aus

Rein materiell sind nicht unbedingt Einbußen zu erwarten. Riskant sind diese Transite vielmehr fürs Beziehungsleben, da sie mit Täuschungen und Hintergehungen einhergehen können. Saturn ist der Planet, der für die gnadenlose und unerschütterliche Realität steht, während Neptun unsere Ideale und heimlichen Wünsche und Sehnsüchte symbolisiert. Beide passen irgendwie nicht ganz zueinander. Man könnte sie gar als natürliche Gegenspieler bezeichnen, weshalb ihr Konflikt uns in unserem Leben so mürbe machen kann. Hier der knallharte, gnadenlose Realist, dort der große Träumer und Idealist.

Viele Dinge und Entwicklungen, auf die wir im Leben gehofft haben, sind enttäuscht und ernüchtert worden, sodass wir Gefahr laufen, das Ideal und die Liebe aus den Augen zu verlieren. Saturn im Transit zu Neptun kann letztlich dermaßen stark desillusionieren, dass wir frustrieren und den Glauben an das Höhere, das uns möglicherweise mit großen Zielen im Leben verbunden hat, verlieren.

Saturn im Transit zur Venus: Die Liebe auf dem Prüfstand

 

Was uns Saturn sagen möchte

Saturn in seiner Rolle als weiser Lehrer des Lebens will uns mit dieser großen Prüfung sagen, dass kein Ideal und keine Liebe von Bestand und Wirklichkeit sind, bevor sie sich nicht in den Stürmen des Lebens bewiesen haben. Es ist einfach, in guten Zeiten seine schönsten menschlichen Seiten zu offenbaren und zu leben. Werden wir aber enttäuscht oder befinden wir uns in irgendeiner Notlage, dann ist es die Frage, ob wir immer noch fair und positiv auf andere zugehen und an das Gute in uns und in anderen glauben können. Nur das überprüfte Ideal ist ein echtes Ideal, ein Ideal, das wir dann auch im Leben verwirklichen können.

Saturn im Transit zum Geburtssaturn: Der Wegweiser für unser Leben

Wichtig ist, dass wir uns in den Zeiten dieser schwierigen Transite an die erkennbaren Realitäten halten und uns nicht weiter in Illusionen flüchten. Aber, wir sollten uns auch davor hüten, diese Transite überzubewerten. Denn einiges kann jetzt auch sehr viel düsterer erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Zu den größten Gefahren gehört, dass wir den Überblick über unser Leben verlieren und uns schlichtweg in falsche Vorstellungen hineinsteigern, die uns wiederum auf den falschen Weg führen.

Diese Transite sind nicht geeignet, um große Entscheidungen, die das Leben stark beeinflussen, zu fällen. Zweifellos ist dies wieder ein sehr karmischer Aspekt, bei dem Saturn eben unseren Geist und in der Folge auch unseren Verstand prüft. Wer es nicht schafft, in dieser Zeit der Verwirrung immer wieder Klarheit in sich zu finden, muss sich möglicherweise in psychologische oder therapeutische Hilfe begeben.

Besonderes Augenmerk sollte in dieser Zeit auch der Gesundheit gelten, da diese Transite mit verborgenen, schleichenden Krankheiten einhergehen können, die wir nicht sofort erkennen. Es wäre deshalb anzuraten, bei eintretenden Schwächen und Beschwerden möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen. Auf der anderen Seite sollte bedacht werden, dass diese Saturn-Neptun-Spannungen auch zu Fehldiagnosen führen können, weshalb im Krankheitsfall besser zwei oder drei ärztliche Meinungen eingeholt werden sollten. Bei einem angegriffenen Neptun empfiehlt es sich, sanfte alternative Medizin zu bevorzugen, da Neptun ja ein feinstofflicher Planet und eng mit unserer Psyche verbunden ist.

 

Die positive Botschaft der Saturn-Transite

Wir sehen, diese Transite können wirklich sehr schwer sein. Was aber ist die positive Botschaft, die sie für uns haben? Schließlich wollen wir gestärkt und nicht geschwächt aus ihnen hervorgehen. Um in die richtige Spur zu kommen und uns von der quälenden Seite dieser Transite zu befreien, müssen wir uns bemühen, uns vor irrealen Sorgen und Ängsten zu befreien. Vertrauen finden in sich und seiner geistigen Führung, ist das Gebot der Stunde. Wir müssen uns aber auch zu unseren Unsicherheiten und Zweifeln bekennen. Sie gehören zu uns und unserem Leben und sind wichtig für unsere persönliche Entwicklung. Auch sollten wir jetzt bereit sein, mit der einen oder anderen Orientierungslosigkeit zu leben. Es gibt eben Zeiten, in denen wir nicht alles klarsehen und andere, in denen wir in manchen Ereignissen und Entwicklungen nicht immer einen Sinn erkennen können.

Saturn prüft unseren Glauben, unser Vertrauen und unsere innere Festigkeit. Er erschüttert all dies, um uns noch stärker gegen die Stürme und die Dunkelheit des Lebens zu wappnen. Er lehrt uns, blind durch einen dunklen Wald zu gehen und dennoch anzukommen, weil wir unserem inneren Licht folgen. Nur das kann uns führen und ans Ziel bringen. Wir dürfen jetzt nur noch uns selbst vertrauen.

 

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Artikelbild und Social Media: iStock/DianaHirsch

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