Allgeiers Astro-WissenChiron in den Häusern: Aufopferung und Heilung ist sein Thema

In der aktuellen Astrowoche verrät uns unser Chefastrologe Michael Allgeier, dass Chiron in den Häusern für Aufopferung und Heilung steht.

Es sollte uns vor allem bewusst sein, dass Chiron zwar eine unglaublich interessante mythologische Figur ist, in der traditionellen Astrologie aber nach wie vor nur ein Forschungsbestandteil der modernen Astrologie sein kann. Unseren Schülern raten wir stets, Chiron und seine jeweilige Häuserstellung genau zu beobachten, dies aber nicht gleichrangig bedeutend wie etwa die Stellung von anderen Planeten im Geburtshoroskop zu werten.

Chirons Themen sprechen von geistiger Größe und gleichzeitig körperlicher Unvollkommenheit und Gebrechlichkeit, mit der im Laufe des Lebens auch die weisesten Menschen konfrontiert werden. Und sie verraten uns, dass die Selbstheilung und Erlösung nur über die Opferbereitschaft möglich sind. Irgendwie auch wieder ein sehr plutonisches Thema, das besagt, wenn wir bereit sind loszulassen und innerlich zu sterben, uns völlig hinzugeben und zu wandeln, dann kann die Heilung auch eintreten.

Wenden wir uns nun den gängigsten Interpretationen von Chiron in den Häusern zu:

Steht Chiron im 1. Haus, geht es darum, Grenzen und Schwächen bei sich selbst wahrnehmen, da diese sonst immer wieder zu persönlichen Rückschlägen und Niederlagen im Leben führen. Die eigene Verletzbarkeit darf nicht weiter verborgen werden. Diese Menschen sollten nicht so tun, als könnte nichts und niemand ihnen etwas anhaben. Es gilt, sich auf seine Fähigkeiten zu besinnen und sich offen und ehrlich mit seinen Schwächen und der Welt auseinanderzusetzen. Das ist der Schlüssel zur Heilung.

Chiron im 2. Haus deutet an, dass materielle Verluste zu einer persönlichen Befreiung und Persönlichkeitsentwicklung führen können. Es geht im Leben darum, die wahren Werte zu erkennen, die wichtiger als jede materielle Sicherheit sind. Die größte Verletzlichkeit liegt in fehlender Anerkennung für die eigenen Leis­tungen. Heilung erfolgt über das Gewinnen von mehr Selbstwert und das Überwinden körperlicher Leiden.

Chirons Aufgabe im 3. Haus ist es, sich selbst richtig darzustellen, offen und ehrlich zu sagen, was man denkt. Oft sind diese Menschen brillant in Wort und Sprache, trauen sich aber nicht, ihre eigenen Einschätzungen direkt wiederzugeben, mitunter aus Angst, andere zu verletzen oder abgelehnt zu werden. Dadurch drohen Missverständ­nisse, die nur durch absolute Offenheit und Ehrlichkeit bereinigt werden können.

Chiron im 4. Haus ist ein Hinweis für fehlendes Urvertrauen und fehlende Identität, möglicherweise durch schwere seelische Verletzungen in der Kindheit. Es geht darum, sich seelisch zu heilen und eben Vertrauen in das Leben zu entwickeln und sich auf innere Bindung ganz einzulassen.

Bei Chiron im 5. Haus geht es um den Mut mit Lust und Freude zu leben. Der Geborene hat möglicherweise immer dann Niederlagen und Verletzungen verkraften müssen, wenn er sich zu sehr gefreut hat, was ihn in seinem Selbstausdruck hemmt. Das Ziel ist, sich dem Leben zu öffnen, eigene Fähigkeiten freizusetzen und zu leben, auch wenn nicht immer alles gut ausgeht.

Bei Chiron im 6. Haus ist die tief sitzende Verletzung ganz eng mit der Arbeit verknüpft. Um Anerkennung zu finden, ist der Leistungsgedanke überzogen. Eigene Ansprüche werden zurückgestellt, man opfert sich für eine Sache auf. Immer alles perfekt machen zu wollen, kann unzufrieden und krank machen. Die Heilung besteht darin, sich als Mensch erkennen zu geben, nicht perfekt sein zu dürfen, nicht immer „funktionieren“ zu müssen.

Chiron im 7. Haus verrät, dass Beziehungskrisen und Trennungen der wunde Punkt sind, der mit dem tief schmerzenden und dem nicht heilen wollenden Gefühl des Verlassen- und abgelehnt werdens verbunden ist. Heilung kann nur dann eintreten, wenn man das Risiko der Liebe und anderen nahen zwischenmenschlichen Beziehungen eingeht und sich trotz der großen Angst, wieder verletzt zu werden, öffnet und ehrlich so gibt, wie man ist.

Chiron im 8. Haus deutet auf eine große Angst vor Verlusten und Trennungen hin, die jedoch nötig sind, damit man im Leben die Bereitschaft entwickelt, sich persönlich zu wandeln. Auch geht es hier um das Thema Manipulation und das Erkennen, dass nur der Weg der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit einen weiterbringt und glücklich macht.

Chiron im 9. Haus ist die Wunde, die mit dem Gefühl eines sinnlosen Daseins verknüpft sein kann. Man versucht sich und seinem Leben Sinn durch Bildung und persönliche Erkenntnisse einzuhauchen, wird aber immer wieder desillusioniert und an die Grenzen dessen geführt, was man glauben und annehmen kann. Die Heilung erfolgt durch Vertrauen fassen ins Leben und eine höhere geis­tige Führung.

Chiron im 10. Haus deutet eine oft verzweifelte Suche nach höheren Zielen und einem Beruf im Sinne der Berufung an. Berufliche Niederlagen und Rückschläge können dabei entmutigen oder erst den Weg zu größerem Erfolg öffnen. Die Heilung erfolgt nicht zuletzt über die Übernahme von Verantwortung im Leben.

Chiron im 11. Haus ist ein Zeichen dafür, dass man durch unpassende Freunde schwere Enttäuschungen erlebt, die ein Gefühl des Ausgestoßenseins hinterlassen können. Auch Gruppen, in denen man sich nicht einfügen kann und von denen man ausgestoßen wird, gehören zum wunden Punkt. Die Heilung geht über den Mut, sich selbst zu verwirklichen, ohne dabei von anderen und deren Meinung abhängig zu sein; auch auf die Gefahr hin, angreifbar zu werden und zu polarisieren.

Chiron im 12. Haus ist am ehes­ten der Heiler, der sich selbst nicht heilen kann. In manchen Lebensabschnitten offenbart sich die nicht heilende Wunde aber auch in Weglosigkeit. Sich zurückziehen, mit sich alleine sein, um sich besinnen zu können, ist ein Schlüssel, der Heilung bringt. Aber auch die eigene Aufopferung für das Leben anderer kann die Bestimmung und die Erlösung sein.

 

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